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CB1 & CB2 Cannabinoid-Rezeptoren des Endocannabinoid-System - KANNOBA

CB1 & CB2 Cannabinoid-Rezeptoren des Endocannabinoid-System

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Endocannabinoid-System von CB1 & CB2 Rezeptoren

Das endogene Cannabinoid-System (ECS, endocannabinoid system) ist ein zelluläres Regulationssystem, das an zahlreichen Prozessen in verschiedensten Organen beteiligt ist. Ein Kernbestandteil sind die Cannabinoid-Rezeptoren, besonders CB1 und CB2.

Die wichtigsten Prinzipien:

  • CB1 und CB2 gehören zur Familie der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCRs), genauer zu den Gi/Go-gekoppelten Typen.
  • Sie werden durch endogene Liganden (z. B. Anandamid, 2-AG), pflanzliche Cannabinoide (Phytocannabinoide) und synthetische Liganden aktiviert.
  • Ihre Verteilung und Regulation unterscheidet sich deutlich zwischen CB1 und CB2.

Autorin Nathalie Koenig

AUTORIN

B.A. Nathalie König

Expertin für Hanf & Wildkräuter, spezialisiert auf die ganzheitliche Nutzung von Heilpflanzen.


Inhaltsverzeichnis


CB1-Rezeptor: Struktur, Signalwege und Funktionen

Verteilung und Expression

CB1 ist einer der am stärksten exprimierten GPCRs im Zentralnervensystem (ZNS). Besonders hohe Dichten finden sich u. a. im Hippocampus, Neocortex, Basalganglien, Kleinhirn und Hirnstamm.

Auch außerhalb des Gehirns ist CB1 exprimiert, z. B. in peripheren Nervenendigungen, Darm, Leber, Endothelzellen, Retina und Plazenta.

Signalübertragung und Mechanismen

  • Hemmung der Adenylylcyclase → Reduktion von cAMP → verringerte PKA-Aktivität
  • Modulation von Ionenkanälen (Ca²⁺- und K⁺-Kanäle)
  • Aktivierung von MAPK/ERK-Signalwegen
  • Regulation alternativer Signalwege (z. B. JNK)

CB1 beeinflusst synaptische Plastizität (z. B. LTP, LTD) und zeigt Liganden-abhängige Signalbias. Chronische Stimulation führt zu Desensitisierung und Internalisierung.

Physiologische und pathophysiologische Funktionen

  • Kognition & Gedächtnis: Modulation synaptischer Plastizität, Gedächtnisbildung
  • Motorik: Steuerung über Kleinhirn und Basalganglien
  • Schmerz: Hemmung der Neurotransmitterfreisetzung in Schmerzbahnen
  • Appetit: Förderung von Nahrungsaufnahme (z. B. „Fressreiz“)
  • Emotion & Stress: Einfluss auf Angst, Stimmung, Stressantworten
  • Neuroprotektion: Beteiligung an Reparaturmechanismen

CB2-Rezeptor: Struktur, Signalwege und Funktionen

Verteilung und Expression

CB2 wurde ursprünglich als „peripherer“ Rezeptor angesehen, vor allem im Immunsystem (Makrophagen, Lymphozyten, Milz). Heute weiß man, dass CB2 auch in Mikroglia, Astrozyten und teils in Neuronen exprimiert werden kann, besonders unter entzündlichen Bedingungen.

Signalübertragung und Mechanismen

  • Gi/Go-Hemmung der Adenylylcyclase
  • Aktivierung von MAPK/ERK-Signalwegen
  • Gelegentliche Aktivierung von Gs → Anstieg von cAMP
  • Modulation von Zellmigration und Immunzellaktivität

Physiologische und pathophysiologische Funktionen

  • Immunregulation: Hemmung von Entzündung, Zytokinmodulation
  • Neuroprotektion: Rolle in Alzheimer, MS, Parkinson
  • Schmerz: Antinozizeptive Effekte, weniger psychotrope Nebenwirkungen
  • Krebsforschung: mögliche Rolle bei Tumorprogression
  • Organfunktionen: Modulation von Leber, Niere, Haut, Herz-Kreislauf

Vergleich CB1 vs. CB2

Aspekt CB1 CB2
Hauptort ZNS, periphere Nerven Immunsystem, periphere Zellen, Mikroglia
Funktionen Neurotransmission, Appetit, Schmerz, Gedächtnis Immunmodulation, Entzündung, Neuroprotektion
Psychotrope Wirkung Ja (z. B. THC) Kaum
Signalwege Gi/Go, Ionenkanäle, MAPK Gi/Go, MAPK, teils Gs
Potenzial Schmerzen, Sucht, Appetit Entzündungen, Neurodegeneration
Risiken Psychoaktiv, Toleranz Off-Target, Speziesunterschiede


Wichtige Liganden & pharmakologische Werkzeuge

  • JWH-133: selektiver CB2-Agonist
  • AM-630: CB2-Antagonist/invertierender Agonist
  • LY-320,135: selektiver CB1-Antagonist
  • NESS-0327: hochselektiver CB1-Antagonist

Anwendungen & therapeutische Perspektiven

  • Schmerztherapie: CB1 & CB2-Agonisten wirken analgetisch
  • Neurodegeneration: CB2 als Ziel bei Alzheimer, Parkinson, MS
  • Autoimmunerkrankungen: CB2 moduliert Immunantworten
  • Onkologie: CB2 möglicherweise antiproliferativ
  • Stoffwechsel: CB1 & CB2 in Leber, Fettgewebe, Fibrose

Offene Fragen & aktuelle Forschungstrends

  • CB2-Expression im Gehirn und Bedingungsabhängigkeit
  • Ligandenbias und allosterische Modulation
  • Translation tierexperimenteller Daten in klinische Studien
  • Toleranz- und Adaptationsmechanismen
  • Kombinationsstrategien mit anderen Wirkstoffen
  • Speziesunterschiede bei Expression und Funktion

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Bitte wende dich bei gesundheitlichen Fragen an Fachpersonal.

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